Projektbeschreibung

Informationen über das italienische Kulturerbe in unterschiedlichen Sprachen sind weit verbreitet und haben sowohl in Italien als auch im Ausland zu einem Zuwachs an Veröffentlichungen von Print- und Online-Texten beigetragen, die unsere Kunstschätze beschreiben und vorstellen. Sie sind sowohl auf Homepages von Museen als auch in Reiseführern zu finden, in Kunstkatalogen sowie in fachwissenschaftlichen Texten. Trotz allem sind zur Zeit in Europa kaum spezifische Hilfsmittel (wie z.B. Wörterbücher, Bücher zur Fachübersetzung) oder Bildungszentren vorhanden, die die Aus- und Weiterbildung von Übersetzern und sonstigen Facharbeitern des Kulturtourismus (wie z.B. Reiseführer, Personal von Touristeninformationen oder Museen etc.) fördern.

Die Forschungsgruppe «Mehrsprachiges Lexikon der Kulturgüter», die 2013 am Institut für Lingue, Letterature e Studi Interculturali (Sprachen, Literaturen und interkulturelle Studien) der Universität Florenz entstanden ist, hat das Ziel diese Lücke zu schließen, indem Studien, Recherchen und sonstige Aktivitäten unternommen werden, die sich auf die Lexik der unterschiedlichen Sprachen in Bezug auf die italienische Sprache im Bereich der Kulturgüter der Stadt Florenz konzentrieren.

Die Forschungsgruppe besteht aus Senior-ProfessorInnen, Junior-ProfessorInnen und LektorInnen, die an unterschiedlichen Instituten der Universität Florenz tätig sind. Diese kooperiert zur Realisierung der unterschiedlichen Projekte mit anderen italienischen und ausländischen Universitäten. Die erste Arbeitsphase ist der Herstellung eines Web-Portals gewidmet, das über die Aktivitäten der Forschungsgruppe informiert und als Plattform für ein mehrsprachiges Wörterbuch in sieben Fremdsprachen – Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch – dient: Für die einzelnen Lemmata werden die Äquivalente in italienischer Sprache angegeben.

Die Lemmaselektion erfolgt aufgrund von Datenbanken, die Fachwörter aus ausgewählten Textkorpora beinhalten, um die klassische Fachterminologie mit der Terminologie der Gegenwartssprache in Verbindung zu setzen bzw. zu vergleichen. Zwei Textsorten mit den jeweiligen Übersetzungen (chronologisch und qualitativ entfernt) werden als Quelle für die Analyse dienen: Ein Werk, wie z.B. Vite von Vasari, das ein Hauptwerk für die Beschreibung des Kulturerbes der Renaissance ist und in mehrere moderne Sprachen übersetzt wurde, und die Reiseführer der Stadt Florenz, wie z.B. Bonechi-Reiseführer, der gleichfalls in mehreren Fremdsprachen vorhanden ist. Die daraus resultierenden Korpora (Originaltext und Übersetzungen) werden als Grundlage sowohl für die Stichwortliste als auch für die Mikrostruktur des Wörterbuches dienen (wie z.B. Äquivalente, Definitionen, Zitate, Beispiele etc.). Die Quellen werden somit auch die mögliche Vorgehensweise bei den Schwierigkeiten in der Übersetzung und die möglichen Fehlerquellen hervorheben, sowie den historischen und kulturellen Kontext der Lemmata und ihrer Äquivalente. Das Wörterbuch wird als Work in Progress veröffentlicht werden.

In der ersten Phase der Realisierung des Wörterbuches soll die Mikrostruktur zweisprachig sein (Italienisch – Fremdsprache). In einer zweiten Phase werden auch Links vom Italienischen (Ausgangssprache) zu den weiteren Fremdsprachen (Zielsprache) hinzugefügt. Zum Lemmabestand sollen folgende Lemmata gehören:

- Namen (Kunstgeschichte).

- Eigennamen, die mit Florenz und seiner Geschichte verbunden sind (Persönlichkeiten, Künstler, Gönner und Patrone, florentinische Politiker, Ortsnamen, Straßennamen, Denkmäler und auch Titel von Kunstwerken, etc.)

- Florentinische Realia (Speisenamen, Feiernamen oder Namen von typisch florentinischen Aktivitäten). Das Prototyp des Wörterbuches wurde auf Grundlage der gängigsten ein- und mehrsprachigen Wörterbücher erarbeitet, die sowohl im Print- als auch im Online-Format vorhanden sind. Beide sind vom Verlag Firenze University Press (FUP) veröffentlicht. Die Online-Version wird in der Modalität Open Access verfügbar sein.

Weitere Instrumente sind in Bearbeitung: Vasarianische Enzyklopädie, etymologisches Wörterbuch, parallele Datenbanken (anfänglich nur die Texte von Vasari), Konkordanzen (Suche in den Textdatenbanken).